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Visueller Code




PsychoDer Film stellt ”das erste wichtige allgemeine Kommunikationsmittel seit der Erfindung der Schrift dar.“(1)

Der Film ist als Medium ein der Sprache sehr ähnliches Phänomen. Allerdings hat er keine Grammatik, kein Vokabular, noch nicht einmal festgeschriebene Regeln wie eine geschriebene und gesprochene Sprache. Er übt aber viele Funktionen einer Sprache aus. Der Film ist ein Kommunikationssystem der z.B. narrative und bildliche, sowie auch musikalische Codes benutzt .

Der Film-Trailer folgt formal den Gesetzmäßigkeiten der, sogenannten, Film-Sprache, die wichtigsten davon sind:

    1. Kamera-Bewegung
    (Schwenk / Fahrt / Zoom)

    2. Kamera-Standpunkt
    (Nahaufnahme / Totale / Detail, Vogel-, Froschperspektive, etc.)

    3. Bewegung vor der Kamera
    (wichtigstes Gestaltungselement während der Stummfilmzeit)

    4. Bild-Komposition
    (Licht / Perspektive / Aufbau ...)

    5. Nachbearbeitung
    (Trickeffekte)

    6. Montage/Schnitt
    (Blende, Übergänge, harter Schnitt“)

    7. Ton
    (Musik / Sprache / O-Ton).


Der Visuelle-Code der Filmsprache erhält beim Trailer noch eine weitere Dimension: die der Schrift. Die Schrift codiert nicht nur die Text-Ebene, sondern außerdem, durch Schrifttype, Farbe und Bewegung weitere Ebenen der Information. Farbige, bewegte Schrift hat einen anderen Informationsgehalt als einfarbige, unbewegte Typo. Zusammen mit der Bild-Ebene, die die Filmsprachliche-Codierung enthält, kann hier ein äußert komplexes Medium entstehen.
Es können alle konnotativen Faktoren der gesprochenen Sprache auf einer Film-Tonspur untergebracht werden, während die Konnotationen der geschriebenen Sprache in Titel eingeschlossen werden können.“(2) Schrift-Titel in Verbindung mit filmsprachlichen Mitteln - bewegtes Bild, Musik, gesprochene Sprache - ist das was wir heute Multimedia nennen würden.



Psycho2Oft werden im Vorspann Symbole, Metaphern oder Stilisierungen benutzt, um das Genre, den Filmstil, oder die Thematik des Filmes zu Charakterisieren. Beliebt sind Kamerafahrten aus der Totale in die Nahaufnahme, um den Zuschauer an den Ort der Handlung einzuführen.
 
(1) James Monaco Film verstehen“, Hans-Michael Bock (Hg.), Rowohlt Verlag, Hamburg 1995, Seite 61,

(2) ebd.: 163

 

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© by Michael Henning, Köln. www.designplus.de